Hand hält Geldbeutel mit Euro-Symbol neben Wärmepumpen-Außengeräten.
Was kostet eine Wärmepumpe? Um die Gesamtkosten einer Wärmepumpe zu berechnen, muss man mehrere Faktoren einbeziehen.

Wärmepumpe: Kosten & Wirtschaftlichkeit 2026

Lesezeit 7 min

Wenn man sich mit dem Kauf einer Wärmepumpe beschäftigt, steht die Frage nach den Kosten und der Wirtschaftlichkeit oft im Vordergrund. In diesem Blogbeitrag werfen wir einen genaueren Blick auf die verschiedenen Kostenaspekte von Wärmepumpen und gehen der Frage nach, ob sich eine Wärmepumpe überhaupt lohnt.

Manuela Azim Zadeh
Veröffentlicht am
Zuletzt aktualisiert am
Das Wichtigste in Kürze
  • Der finale Preis einer Wärmepumpe setzt sich aus Anschaffungs-, Installations- und Betriebskosten zusammen.
  • Es gibt Wasser-Wasser-Wärmepumpen, Luft-Wasser-Wärmepumpen, Sole-Wasser-Wärmepumpen und Luft-Luft-Wärmepumpen, die sich im Preis unterscheiden.
  • Die Gesamtkosten für eine Wärmepumpe können zwischen 15.000 und 50.000 € liegen.
  • Luft-Wasser-Wärmepumpen sind grundsätzlich etwas günstiger als Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen, weil Erschließungskosten wegfallen.
  • Energiepreise, die CO₂-Bepreisung und die rechtlichen Rahmenbedingungen sollten bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung berücksichtigt werden.
  • Die Bundesförderung „Kesseltausch 2026“ ist ausgeschöpft. Neue Registrierungen und Anträge sind nicht mehr möglich; für 2027 ist ein neues Förderbudget vorgesehen, die konkreten Bedingungen stehen jedoch noch nicht fest.

Was kostet eine Wärmepumpe?

Die Gesamtkosten für eine Wärmepumpe können zwischen 19.000 und 50.000 € liegen. Sie setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen. Grundsätzlich lässt sich der Preis für eine Wärmepumpe in folgende Kostenpunkte aufteilen:

  • Anschaffungskosten
  • Installationskosten und/oder Erschließungskosten
  • zusätzliche Materialkosten
  • Betriebskosten

Außerdem beeinflusst die Wahl des Wärmepumpentyps den Preis. So sind Wasser- oder Sole-Wärmepumpen, auch Erdwärmepumpen genannt, oft teurer als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. Trotzdem kann sich Ersteres für den ein oder anderen lohnen. Es ist immer wichtig, die Standortfaktoren und individuellen Gegebenheiten mit einzubeziehen.

Die Absatzzahlen der vergangenen Jahre zeigt jedoch, dass der Trend vermehrt zu Luft-Wasser-Wärmepumpen hingeht.

*Keine Daten zu Luft-Luft-Wärmepumpen

Die Preise für Wärmepumpen und ihre Installation können je nach Zeitpunkt, Region, Gebäude und Fachbetrieb deutlich variieren. Allgemeine Preisprognosen sind daher nur eingeschränkt aussagekräftig.

Die Anschaffungskosten einer Wärmepumpe

Die Anschaffungskosten für eine Wärmepumpe können je nach Typ und Größe stark variieren. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind oft günstiger als Erdwärme- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen, da sie weniger aufwendig zu installieren sind. Die Anschaffungskosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe können zwischen 10.000 und 15.000 Euro liegen, während Erdwärme- oder Wasser-Wasser-Wärmepumpen oft zwischen 12.000 und 25.000 Euro kosten. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Preise nur die Kosten für die Wärmepumpe selbst und nicht die Installationskosten oder andere damit verbundene Ausgaben wie die Anpassung des Heizsystems oder die Isolierung des Hauses umfassen.

Zusatzkosten: Installations- und/oder Erschließungskosten einer Wärmepumpe

Die Installationskosten können einen erheblichen Anteil der Gesamtkosten einer Wärmepumpe ausmachen. Die genauen Kosten hängen von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Größe und Art der Wärmepumpe, der Art des Heizsystems, das ersetzt wird, und den spezifischen Anforderungen des Gebäudes. In der Regel können die Installationskosten für eine Wärmepumpe zwischen 2.000 und 10.000 Euro liegen.

Zusätzlich kommen bei Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen die Erschließungskosten hinzu, die einen Großteil der Gesamtkosten ausmachen. Bei einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe müssen je nach Standort mehrere Brunnen gebohrt werden. Die Kosten hierfür können sich auf 15.000 bis 20.000 € belaufen. Auch bei Sole-Wasser-Wärmepumpen muss eine Tiefbohrung gemacht werden, die zwischen 19.000 und 30.000 € kosten kann.

Es ist ratsam, mehrere Angebote von verschiedenen Installateuren einzuholen, um einen detaillierten und individuellen Überblick über die Kosten zu erhalten.

Überblick: Anschaffungs- & Installationskosten

Wärmepumpenart

Anschaffungskosten

Zusatzkosten

Gesamtkosten

Luft-Wasser

10.000–15.000 €

9.000–13.000 €

19.000–28.000 €

Sole-Wasser

11.000–25.000 €

19.000–25.000 €

29.000–50.000 €

Wasser-Wasser

11.000–20.000 €

15.000–20.000 €

35.000–45.000 €

Luft-Luft

9.000–13.000 €

4.000–9.000 €

13.000–25.000 €

Hinweis: Die aufgeführten Werte sind Richtpreise und dienen der ersten Orientierung. Die tatsächlichen Kosten können je nach Gebäudegröße, baulichen Gegebenheiten, gewählter Wärmepumpentechnologie, Installationsaufwand und regionalen Unterschieden stark variieren. Für eine realistische Einschätzung empfiehlt es sich, mehrere Angebote von Fachbetrieben einzuholen und individuelle Fördermöglichkeiten zu prüfen.

Betriebskosten einer Wärmepumpe

Eine der attraktivsten Eigenschaften von Wärmepumpen ist ihre Energieeffizienz, die langfristig zu niedrigeren Betriebskosten führen kann. Wärmepumpen nutzen die natürliche Wärmeenergie aus der Umgebung, um Ihr Zuhause zu heizen, was im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen wie Öl- oder Gasheizungen zu Einsparungen bei den Energiekosten führen kann. Die genauen Betriebskosten hängen jedoch von einer Vielzahl von Faktoren ab, einschließlich der Energieeffizienz der Wärmepumpe (Jahresarbeitszahl = JAZ), der Strompreise in Ihrer Region und Ihres Heizbedarfs. Außerdem kommen jährliche Wartungsarbeiten hinzu. Generell sind Sole- und Wasser-Wärmepumpen weniger wartungsintensiv und haben dadurch vergleichsweise niedrigere Betriebskosten.

Betriebskosten (Wartung & Strom) pro Jahr – ein Rechenbeispiel:

Familie Baum verbraucht in ihrem Einfamilienhaus mit 4 Personen im Jahr ca. 22.400 kWh an Wärme. Ihre eingebaute Wärmepumpe hat eine JAZ von 4. Sie beziehen Strom aus dem öffentlichen Netz und zahlen 30 Cent pro kWh.

Jährlicher Wärmebedarf / JAZ = Strombedarf Wärmepumpe

22.400 kWh/4 = 5600 kWh

Strombedarf Wärmepumpe x Strompreis = jährliche Heizkosten

5.600 kWh x 0,30 ct/kWh = 1.680 €

Jährliche Heizkosten + Wartungskosten für Sole-Wasser-Wärmepumpe = Betriebskosten

1.680 € + 300 € = 1980 Euro

Lohnt sich eine Wärmepumpe? Wirtschaftlichkeit & Co.

Um eine möglichst informierte Entscheidung beim Erwerb einer Wärmepumpe treffen zu können, dürfen nicht nur die kurzfristigen Kosten – Anschaffung und Installation – betrachtet werden. Die Kosten über den gesamten Lebenszyklus eines Heizsystems sind bei der Bewertung der Wirtschaftlichkeit entscheidend.

„So sind manche Heiztechniken trotz heute noch hoher Investitionskosten über den Lebenszyklus betrachtet kostengünstiger als andere Systeme mit geringen Investitionskosten, da durch höhere Effizienzen oder andere Energieträger und damit verbundene Entwicklungen von Brennstoffkosten insgesamt geringere Kosten im Verbrauch anfallen.“

Quelle: Ariadne Projekt

So spielen auch die politischen Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle bei der ökonomischen Bewertung einer Wärmepumpe. Im Folgenden nennen wir Faktoren, welche die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe maßgeblich beeinflussen:

  • Energiepreise
    Die Preise für Strom, Erdgas und Heizöl können schwanken und haben einen wesentlichen Einfluss auf die laufenden Kosten eines Heizsystems. Für einen belastbaren Vergleich sollten Haushalte deshalb ihren tatsächlichen Stromtarif, den Wärmebedarf des Gebäudes und die zu erwartende Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe heranziehen.
  • CO₂-Bepreisung
    Der nationale CO₂-Preis für fossile Brennstoffe wie Erdgas und Heizöl beträgt in Österreich 2025, 2026 und 2027 jeweils 55 Euro pro Tonne CO₂. Dadurch verteuern sich fossile Energieträger gegenüber ihrem Ausgangspreis. Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung sollte jedoch immer der gesamte Energiepreis einschließlich Netzkosten, Abgaben und gewähltem Tarif betrachtet werden.
  • Förderung
    Die Sanierungsoffensive 2026 ermöglichte eine Bundesförderung für den Heizungstausch. Die Mittel waren jedoch bereits im Juli 2026 ausgeschöpft; neue Registrierungen und Anträge sind seither nicht mehr möglich. Bereits registrierte oder eingereichte Projekte werden weiterhin nach den geltenden Bedingungen abgewickelt.
    Für 2027 hat der Bund erneut Mittel für thermische Sanierung und Kesseltausch vorgesehen. Welche Wärmepumpen gefördert werden, wie hoch die Fördersätze ausfallen und ab wann Anträge möglich sind, wird erst mit den neuen Richtlinien bekannt gegeben.
  • Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG)
    Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz regelt vor allem die Wärmeversorgung in neuen Baulichkeiten. Seit seinem Inkrafttreten am 29. Februar 2024 ist der Einbau von Wärmebereitstellungsanlagen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden können, in neuen Baulichkeiten grundsätzlich unzulässig. Das Gesetz enthält jedoch Ausnahmen, unter anderem für bestimmte Gasheizungen.
    Für bestehende Wohngebäude sieht das EWG keine allgemeine bundesweite Austauschpflicht vor, nach der alle Öl- oder Gasheizungen zu einem bestimmten Datum ersetzt werden müssen. Bei einem geplanten Heizungstausch lohnt es sich dennoch, frühzeitig die verfügbaren erneuerbaren Alternativen, regionale Vorschriften und mögliche Förderungen zu prüfen.

Im Neubau

Im Neubausektor steht das energieeffiziente Bauen und Wohnen in Österreich schon seit Jahren im Vordergrund. Daher ist es längst gängige Praxis, Wärmepumpen – insbesondere in Ein- oder Zweifamilienhäusern – einzubauen. Die Wärmepumpe zählt im Neubau zu den wichtigsten Heiztechnologien.

Im Neubau ist es meist leichter, wirtschaftlicher und energieeffizienter, eine Wärmepumpe einzubauen. Das Gebäude kann von Beginn an auf einen niedrigen Wärmebedarf, passende Heizflächen und niedrige Vorlauftemperaturen ausgelegt werden.

In Bestandsgebäuden / im Altbau

Auch im Altbau kann eine Wärmepumpe wirtschaftlich betrieben werden. Entscheidend ist dabei nicht allein das Baujahr des Gebäudes, sondern vor allem der tatsächliche Wärmebedarf, der Zustand der Gebäudehülle und die Auslegung des bestehenden Heizsystems.

Besonders gute Voraussetzungen bestehen, wenn das Gebäude bereits gedämmt ist oder schrittweise saniert wird. Auch größere Heizflächen, etwa Fußbodenheizungen oder ausreichend dimensionierte Heizkörper, können einen effizienten Betrieb ermöglichen. Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur ist, desto besser arbeitet eine Wärmepumpe in der Regel.

Für die Wirtschaftlichkeit sind insbesondere diese Faktoren relevant:

  • Wärmebedarf und Dämmstandard des Gebäudes
  • benötigte Vorlauftemperatur der Heizung
  • Größe und Zustand der Heizkörper oder Flächenheizung
  • erreichbare Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe
  • örtlicher Stromtarif und bisherige Heizkosten
  • notwendige Anpassungen am Heizsystem
  • verfügbare Förderungen des Bundeslands oder der Gemeinde

Eine umfassende Sanierung ist nicht immer zwingend erforderlich. In vielen Bestandsgebäuden kann eine Wärmepumpe auch ohne vollständige Sanierung sinnvoll sein, wenn Anlage und Heizflächen fachgerecht geplant werden. Ob beispielsweise einzelne Heizkörper getauscht, die Hydraulik angepasst oder zusätzliche Dämmmaßnahmen sinnvoll sind, sollte vorab geprüft werden.

Für eine realistische Kosten- und Wirtschaftlichkeitsrechnung empfiehlt sich eine Heizlastberechnung durch einen Fachbetrieb oder eine unabhängige Energieberatung. Mehrere vergleichbare Angebote helfen dabei, die Investitionskosten, den erwarteten Stromverbrauch und mögliche Förderungen verlässlich einzuordnen.

Fördermittel und finanzielle Anreize

Förderungen 2026: Die Bundesförderung im Rahmen der Sanierungsoffensive 2026 ist abgeschlossen. Das Budget von 360 Mio. € war im Juli 2026 ausgeschöpft; neue Registrierungen und Anträge für Kesseltausch oder Sanierungsbonus sind nicht mehr möglich. Bereits registrierte oder eingereichte Projekte bleiben davon unberührt.

Für 2027 sind neuerlich Bundesmittel für thermische Sanierung und Kesseltausch vorgesehen. Die konkreten Förderbedingungen, Fristen und Fördersätze müssen noch veröffentlicht werden. Unabhängig davon können je nach Bundesland und Gemeinde eigene Förderprogramme bestehen.

Lesen Sie mehr dazu: Wärmepumpe Förderung Österreich

Fazit

Wärmepumpen sind eine attraktive Option für die Beheizung von Wohnhäusern, da sie nicht nur umweltfreundlich sind, sondern auch langfristig zu Einsparungen bei den Energiekosten beitragen können. Es ist jedoch wichtig, die Gesamtkosten einer Wärmepumpe sorgfältig zu berücksichtigen, einschließlich der Anschaffungs-, Installations- und Betriebskosten sowie eventuell verfügbarer Fördermittel. Zudem sind politische Rahmenbedingungen und die Energieeffizienz Ihres Hauses von großer Bedeutung. Indem Sie alle diese Faktoren sorgfältig abwägen, können Sie eine fundierte Entscheidung treffen und sicherstellen, dass eine Wärmepumpe die richtige Wahl für Ihr Zuhause ist.

Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie zudem eine Energieberatung in Anspruch nehmen und mehrere Angebote von verschiedenen Fachbetrieben zum Vergleich einholen, um eine genaue, auf Sie zugeschnittene Lösung zu finden.


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